TÜV SÜD Industrie Service GmbH - Deutsches Privates Institut für Nachhaltige Immobilienwirtschaft

    Nachhaltige Immobilien

    Ein neues Schlagwort hat seit einigen Jahren auf dem Immobilienmarkt Einzug gehalten. Das sogenannte „Green Building“ zielt auf nachhaltig errichtete und betriebene Immobilien ab, die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und ökologische Faktoren berücksichtigen. Die Branche denkt um und investiert mittlerweile gerne in nachhaltige Immobilien. Das gilt nicht nur für Neubauten, sondern auch im Bereich der Modernisierung.

    Das Drei-Säulenmodell der Nachhaltigkeit

    Laut einem Modell, das von der Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag entwickelt ist, wird Nachhaltigkeit über drei Säulen beschrieben:

    "Nachhaltigkeit ist die Konzeption einer dauerhaften zukunftsfähigen Entwicklung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension menschlicher Existenz."

    Die Wurzeln des Begriffes liegen in der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts, als Nachhaltigkeit erstmals als Ziel zum Erhalt der Wälder definiert wurde. Was damals rein wirtschaftliche Hintergründe hat, hat sich heute zu einer umfassenden Sichtweise entwickelt, die alle Lebensbereiche miteinschließt. Das gilt auch für die Immobilienwirtschaft, die im energetischen Bereich einen gewichtigen Einfluss hat. So entfallen 30 % unseres Energiebedarfs auf Häuser und Gewerbeobjekte, etwa 30 % unserer Ressourcen werden für den Bau, Betrieb und Abriss von Gebäuden aufgewendet. Gebäude erzeugen etwa 40 % der deutschen Treibhausemissionen.

    Mit dem Leitbild der nachhaltigen Immobilie wird die Umsetzung von Konzepten und Strategien angestrebt, die das ökologische, ökonomische und soziale Kapital von der regionalen bis zur internationalen Ebene erhalten, für uns und für die kommenden Generationen.

    Das nachhaltige Haus

    Die Umsetzung der Nachhaltigkeit beim Bauen fängt bereits bei der Planung an und setzt sich bei der Auswahl der Baustoffe wie auch der Ausführung fort. Unter anderem werden folgende Aspekte berücksichtigt:

    • Kompakte Geometrie des Gebäudes und Ausrichtung nach der Sonne für hohe Energieeffizienz
    • Baustoffe aus der Region für kurze Transportwege und Einsparung von Kraftstoff
    • Verwendung recyclingfähiger und langlebiger Baustoffe
    • Hohes Maß an Wärmedämmung und sorgfältige mängelfreie Ausführung
    • Heizungsanlage mit regenerativen Energieträgern in Kombination mit Solarthermie zur Energieerzeugung

    In engem Zusammenhang mit der Auswahl nachhaltiger Baustoffe stehen heute die sogenannten EPDs. Diese Umweltproduktdeklarationen definieren verschiedene Kriterien, die den kompletten Lebenszyklus eines Baustoffes berücksichtigen. In die Beurteilungen fließen der Primärenergiebedarf wie auch die Auswirkungen auf die Umwelt mit ein. Aktuell sind vom „Institut Bauen und Umwelt e. V.“ (IBU) rund 500 Produkte deklariert und bieten Bauherren wie Planern ein Arbeitsmittel für die nachhaltige Auswahl von Baustoffen.

    Zertifizierte Immobilien als Anlagemöglichkeit

    Der Wert einer Immobilie wird nicht nur von der Bausubstanz und ihrer Lage bestimmt, auch soziale und ökologische Faktoren spielen zunehmend eine Rolle. Das zahlt sich aus, denn für Häuser und Objekte, die nach modernen Energiesparstandards errichtet sind, akzeptieren Mieter und Käufer gerne höhere Preise. Die Spanne beträgt hier bis zu 20 %. Eine nachhaltige Immobilie wird deutlich aufgewertet, wenn sie mit einem der seriösen Zertifizierungslabel wie dem BREEAM ausgezeichnet ist. Das anerkannte Zertifikat für gebaute Umwelt wird in Deutschland von „TÜV SÜD Industrie Service GmbH - Deutsches Privates Institut für Nachhaltige Immobilienwirtschaft“ erteilt und ist mittlerweile europa- und weltweit an mehr als 100.000 Gebäude vergeben. Wer in Immobilien-Fonds investiert, hat auch hier die Möglichkeit, auf mehr Nachhaltigkeit zu setzen. Die Investitionsentscheidungen berücksichtigen längst auch die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales.

    Die Immobilienwirtschaft im Umbruch

    Vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit verändert sich aktuell vieles in der Immobilienbranche. Die strengeren Anforderungen der Regierung, wie sie in der Energieeinsparverordnung (EnEV) beschrieben sind, sind dafür nur ein Antrieb. Entscheidender ist die Nachfrage nach nachhaltigen Immobilien, die von privaten wie gewerblichen Mietern und Käufern den Bedarf ansteigen lässt. Durch Klimawandel und Energiewende wird das Bewusstsein geschärft. Der Trend hin zur Nachhaltigkeit, wenn es ums Wohnen geht, ist das sichtbare Zeichen dieser Veränderung.